Dienstag, 8. Juli 2008

Inselabenteuerwochenende ;-)

Viele Eintraege werden es jetzt nicht mehr werden. Ich hatte das letzte Mal ja auch angekuendigt, dass es auch keine langen Eintraege mehr geben wird, aaaaaaaaaber ich muss einfach von vergangenem Wochenende berichten ;-)

Also, zusammen mit 3 Kollegen und noch einer Praktikantin haben wir uns am Freitag nach Feierabend mal wieder einer chinesischen Reisegruppe angeschlossen und uns auf den Weg nach 渔山岛 (Yushan-Insel) gemacht. Das ist eine 2,5 qkm kleine Insel, mit 130 Einwohnern, am Weitesten weg gelegen vom Festland. Sprich man muss 3 h mit’m Boot rausfahren. Tja, und da es eben eine sehr kleine, besondere, touristisch nicht sehr erschlossene kann man nicht mal eben mit einer normalen Passagierfaehre rueberfahren, wie nach Putuoshan zum Beispiel, sonder.....und jetzt kommts: haben wir nach 4 h Busfahrt Freitag nacht gegen 00:30 einen Schrottdampfer bestiegen. Ich dachte, wir klettern nur ueber dieses Schiff, weil dahinter unser richtiges liegt. Tja, dem war nicht so. Begruesst hat uns der „Matrose“ in Unterhose und sonst nichts und gebeten Platz zu nehmen. Tja, wo setzt man sich denn hin auf einem mit Schrott beladenen Schiff? Eines muss dich da den Chinesen echt lassen, sie sind erfinderisch, was die Sitzmoeglichkeitsbeschaffung angeht und halten zusammen. Schwupps die wupps hatte jeder irgendeine Unterlage unterm Hintern und alle Rucksaecke waren auch im Trockenen verstaut. Das naechste Problem war der starke Wind und darauffolgende starke Seegang. Heiligs Blechle, eigentlich hab ich ja einen robusten Magen, aber den Wellen hat der leider nicht standgehalten, nur gut, dass es nicht nur mir so ging. Gegen 3 Uhr sind wir dann auf der Insel angekommen, noch kurz zum „Campingplatz“ (inmitten einer herrlichen gruenen Landschaft ein Betonquadrat) gelaufen, haben unsere Zelte aufgebaut und waren dann gegen vier/halb fuenf in unseren Schlafsaecken. Nur leider war uns kein langer Schlaf gewaehrt, da die Sonne um 6:30 schon so stark auf unser Zelt gebrutzelt hat, dass wir aufstehen mussten. Die Sonne war echt ein erstaunliches Phaenomen. Ich habe mich ca im 1/2-Stundentakt eingecremt, ab 10:30 im Schatten gewesen und hab trotzdem einen leichen Sonnenbrand davon getragen. Tagsueber haben wir geangelt (die Jungs mehr als wir Maedels), sind geschwommen und haben gefaulentz. Nachmittags noch ein kleines Inselspaziergaengchen und abends......da kommt das naechste Problem.....haben wir noch den Sonnenuntergang angeschaut. Bis wir aber geduscht waren, war es schon 8 Uhr am Abend und da gab es leider in keinem Restaurant (es gab nur 4) ueberhaupt kein Essen mehr. Wir sind in alle Speisekammern gefuehrt worden und haben insgesamt nur eine einzelne Aubergine, ein Ei und ein paar Muscheln vorgefunden. Die Jungs hatten Gaskocher und Nudeln dabei, deswegen meinten sie, dass sie dann wohl oder uebel doch kochen werden. Wir beiden Maedels hatten aber ausser trockenes Baguette nichts mehr dabei und wollten den Jungs auch nicht das Essen wegessen, haben uns also nochmal auf die Suche nach der Aubergine, dem Ei und den Muscheln gemacht. Und wie es der gute Zufall will, haben wir im Dorfsupermarkt (der im Wohnzimmer von einer Familie zu finden war) Getraenke eingekauft und die Nachbarin meinte, Maedels, habt ihr schon gegessen? Tja, und da haben wir die Reste des 12-Gaengeabendessens der Familie zu Essen bekommen. Geld wollte sie dafuer nicht, da sie Christin ist und aus Naechstenliebe handelt.

Am Sonntag haben wir nochmal eine Inselrundtour gemacht und sind dann abends ueber das gleiche Schiff zurueck (diesmal mit viiiiiiiiiiel weniger starken Wellen), wieder 4 h Busfahrt wohlbehalten in Hangzhou angekommen. Etwas schmutzig, aber saumaessig gluecklich ueber das super erholsame und eindrucksvolle Wochenende mit unseren Kollegen!

Der Trip war deshalb so besonders fuer mich, weil es erstens einer meiner letzten Ausfluege hier fuer mich war und zweitens China und die Chinesen sich noch einmal von einer sehr, sehr schoenen Seite gezeigt haben (als ob mir jemand hier den Abschied noch schwerer machen will!?). Die Landschaft war einfach traumhaft (siehe Bilder im Webalbum) und ich habe in dem ganzen Jahr an einem Wochenende nicht so viel geballten Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft erlebt wie an diesem einen Wochenende. Die Inselbewohner, meine Kollegen, der Rest der Reisegruppe, die Reiseleitung, einfach alle.......da startet man einfach gut in die vorletzte Arbeitswoche!

7 more days at Bosch!, 23 more days in China! Hilfeeeeeeeeee!

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